3 Tage lang aktiv für besseres Radfahren

In unregelmäßigen Abständen ruft der Bund der katholischen Jugend dazu auf, dass sich Jugendliche 72 Stunden lang für ein Thema engagieren, welches ihnen in ihrer Heimat besonders am Herzen liegt. Schon im Vorfeld war RadL angesprochen worden, welche Ideen und Kontakte wir denn wohl haben, falls sich die Leonberger Jugendlichen mit dem Thema Radverkehr beschäftigen würden. Es freut uns sehr, was die Aktiven Ende Mai alles unternommen haben, um die aus ihrer Sicht relevanten Aspekte rund ums Rad in die Öffentlichkeit zu bringen. Einige Eindrücke und die abschließende Information für die Öffentlichkeit stellen wir hier gerne auf unserer website ein.

Pressemitteilung nach der 72h-Aktion in Leonberg:

 

In 72 Stunden für ein fahrradfreundliches Leonberg

 

Was man in 72 Stunden alles auf die Beine stellen kann, haben vom 23. bis zum 26. Mai dreißig Kinder und Jugendliche der Leonberger Gemeinde St. Johannes gezeigt.

 Neben 3.000 anderen Gruppen haben sie auch in Leonberg bei der deutschlandweiten 72 Stunden-Aktion mitgewirkt und innerhalb von vier Tagen ein selbstgewähltes Projekt umgesetzt.

 

Mit dem Thema „Rund ums Rad in Leonberg“ haben sich es die Jugendlichen dieses Jahr zum Ziel gesetzt, mehr Leonberger*innen für das Fahren auf zwei Rädern zu begeistern und sich für den Ausbau des Fahrradwegnetzes in der Innenstadt einzusetzen.

 

Von Donnerstag- bis Sonntagabend, hatten sie 72 Stunden Zeit, sich intensiv mit ihrem Thema auseinander zu setzen, Ideen zu sammeln, Konzepte zu erstellen und konkrete Lösungsansätze zu finden.

 

Dabei entstanden viele kreative Projekte, wie kostenlose Rikscha-Fahrten durch Leonberg, Infostände am Marktplatz und ein Repair Café am Rathausplatz. Dort konnten Radfahrer am Freitag ihre Fahrräder durchchecken lassen und bei der Reparatur selbst Hand anlegen. Am gleichen Tag führten die Jugendlichen eine Umfrage durch und befragten in ganz Leonberg insgesamt 129 Bürger und Bürgerinnen rund um das Thema Fahrrad und Mobilität in der Innenstadt. Das Ergebnis war eindeutig: Ein Großteil Befragten verzichtet regelmäßig wegen den nicht vorhandenen Fahrradwegen auf das Radfahren. 75 Prozent würden ihr Fahrrad häufiger nutzen, wenn es mehr und besser ausgebaute Radwege geben würde.

 

Diese Ergebnisse brachten die Jugendlichen auf die Idee, eine Petition zu starten, mit der Forderung, das Fahrradwegnetz in der Leonberger Innenstadt auszubauen. 1079 Menschen gaben ihre Unterschrift innerhalb von zwei Tagen ab. Franziska und Lucie haben bei der Petition mitgeholfen und sind mehr als zufrieden mit der hohen Beteiligung. „Es hat mega Spaß gemacht, die Leute anzusprechen und sie auf das Problem der Fahrradwege in Leonberg aufmerksam zu machen“, sagt Franziska. „Wir brauchen endlich mehr Möglichkeiten für die Radfahrer, vor allem in der Innenstadt“, fordert Lucie.

 

Christian Ditscher, Leiter der Leonberger 72-Stunden-Aktion ist überwältigt von der Reichweite der Aktion und stolz auf das Engagement der Jugendlichen: „Ich finde es überragend, dass die Kids sich in der Lokalpolitik selbstständig so intensiv einbringen und Gesicht zeigen.“

 

Zum Abschluss der 72-stündigen Aktion, war Oberbürgermeister Martin Cohn am Sonntagabend zum Grillfest eingeladen. Dort stellten die jungen Teilnehmer*innen ihre Projekte vor und übergaben ihm symbolisch einen Scheck der Petition. Dieser sprach ein großes Kompliment an alle für das große Engagement aus: „Die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen ist sehr beeindruckend. Sie zeigt, was man in so kurzer Zeit schaffen kann, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen.“ Gleichzeitig betont Cohn den Handlungsbedarf im Ausbau des Fahrradnetzes: „Das Problem der Infrastruktur von Fahrradwegen in der Innenstadt hätte- unabhängig von der 72 Stunden-Aktion- bereits viel früher thematisiert werden sollen. Die Aktion macht deutlich, dass hier noch sehr viel getan werden muss.“