Radfahren und Literatur und mehr

Es gibt vielerlei Bücher und Texte, die sich mit dem Radfahren beschäftigen. Nicht nur Reisebeschreibungen über Radtouren und Kataloge wie das ADFC-Verzeichnis "Bett + Bike". Uns geht es auch um Veröffentlichungen, die einfach nur den Spaß am Radeln beschreiben. Gerne wollen wir auf dieser Seite solche Anregungen an Sie weitergeben - oder Ihre Anregungen für andere zugänglich machen. Schicken Sie uns Ihren Tipp an Presse /ät\ RadLeonberg.de


Vom Glück auf zwei Rädern

 

200 Jahre ist es her, dass Karl Drais das Rad erfunden hat. ZDF-Moderatorin Barbara Hahlweg schwang sich auf ihren Drahtesel und fragte: Was macht Radfahren so faszinierend?

Wir finden, das war eine sehr ansprechende und motivierend Reportage über das Radfahren und empfehlen Sie Ihnen deshalb gerne zur Nach-Betrachtung über die ZDF-Mediathek

 


Uwe Timm erzählt eine ebenso wahre wie phantastische Geschichte aus der noch nicht allzu fernen Zeit der großen Erfindungen und des unbeirrten Fortschrittsglaubens.

Coburg Ende des 19. Jahrhunderts: Ein Mann, der Tierpräparator Franz Schröter, fährt auf einem Hochrad durch die Straßen. Diese Pioniertat bringt die kleine Residenzstadt in Bewegung. Ungeheuerliches geschieht und erhitzt die Gemüter – Anna, die Frau des Rebellen, radelt im aufsehenerregenden syrischen Unterkleid (heute würde man vom Hosenrock sprechen) durch die Stadt, die Kopfstürze mehren sich, ein als Mann verkleidetes Freifräulein vom herzoglichen Hof derer von Sachsen-Coburg und Gotha sinkt bei ihren Fahrversuchen immer wieder in Schröters Arme. Und bald stehen sich Anhänger von Hochrad und Niederrad unversöhnlich gegenüber ...

 

»Uwe Timm hat in ›Der Mann auf dem Hochrad‹ voller Bewunderung, melancholisch, mit Gefühl für die Ambivalenzen eine liebenswürdige Vignette aus längst vergangenem Alltag des Fortschritts ausgemalt, in dem so mancher stolze Sprung nach vorn schon bald nur noch altmodisch war. Kurios, zugleich ein wenig traurig stimmend, spiegeln sich im reizvollen Bild auch die Fortschrittskämpfe der Gegenwart, obgleich sie doch unter ganz anderem Vorzeichen geführt werden. Noch immer ist ja der Traum eines ›Zurück zur Natur, das doch alle Vorteile der Kultur mitnimmt‹, nicht ganz ausgeträumt.« Heinrich Vormweg in der ›Süddeutschen Zeitung‹


Ein Buch für Bücherfreunde, die Lust aufs Fahrrad haben...

Ein liebevoll gestaltetes Büchlein, durch seinen Leineneinband sehr angenehm in der Hand, mit einem Lesebändchen, um sich leichter zurecht zu finden.

Viele Zeichnungen von Jean-Jacques Sempé begleiten uns durch die Jahrzehnte und Länder, aus denen die Autoren und ihre Geschichten stammen.

"Das Velo ist die sinnvollste Erfindung der letzten 100 Jahre. Es frisst kein Heu. Es glänzt. Du kannst auf ihm durch die Stadt und über Land fahren. Du kannst ziemlich viel Bier trinken und dich auf dem Heimweg am Velo anlehnen. Parkprobleme gibt es keine. Du kannst es überall abstellen. Das Velo macht keinen Lärm und stinkt nicht."

Mit diesem "Lob des Velos" von Hansjörg Schneider beginnt die Reise mit 29 Autoren wie Mark Twain, Pablo Neruda, Christian Morgenstern, Günter Grass...
Gute Fahrt, es wird Ihnen bestimmt nicht langweilig unterwegs.


"Radfahren ist so viel mehr als mit dem Kleinhirn das Gleichgewicht halten und mit den Oberschenkeln Druck machen" (unbekannter Verfasser)
zitiert von Bürgermeister Günter Riemer (Kirchheim [Teck])
bei der Eröffnung der Fahrradgeschichte(n) im Leonberger Stadtmuseum.


Kinder frühzeitig fürs Radfahren begeistern


Vladimir Kaminer ist vielen Menschen bekannt durch seine mittlerweile berühmte Russendisko in Berlin. Aber er kann nicht nur Platten auflegen, sondern auch sehr kurzweilige Kurzgeschichten schreiben, die sich oft mit den Absurditäten des Alltags beschäftigen. In seinem 2011 erschienenen Buch "Liebesgrüße aus Deutschland" fanden wir seine Betrachtung über die Erfindung des Rades, die wir Ihnen gerne auf unseren Seiten in voller Länge zur Verfügung stellen, als Appetithappen, damit Sie Lust auf mehr bekommen.

Und wenn Sie Herrn Kaminer mal selbst erleben wollen: Beachten Sie das Programm des Theaterhaus in Stuttgart, wo er immer wieder in vollem Haus Neuigkeiten aus seinem Repertoire vorträgt.


Kristin Koch-Konz, Leiterin des Stadtmuseums in Leonberg, hat uns den Ausstellungskatalog der aktuellen Schau im Technoseum Mannheim empfohlen:

2 Räder - 200 Jahre

Freiherr von Drais und die Geschichte des Fahrrads

2 Räder - 200 Jahre, so heißt nicht nur die Ausstellung zum Jubeljahr des Fahrrades im Technoseum in Mannheim sondern auch der Katalog. Mit großem Gewinn und zunehmender Begeisterung lese ich in diesem umfassenden Werk mit vielen hervorragenden Abbildungen. Aus verschiedenen Perspektiven und Interessen greife ich zu dem Katalog, kein einziges Mal hat er mich bisher enttäuscht.
Das Interesse am Fortbewegungsmittel Fahrrad und seiner Geschichte ist als erstes zu nennen. In wenigen Wochen will ich eine Ausstellung eröffnen, die Museumsbesucher informieren, unterhalten, staunen und diskutieren lassen - ohne umfangreiches Wissen zum Thema geht das nicht. Mit dem Ausstellungskatalog aus Mannheim habe ich profundes Wissen zur Hand. Jetzt weiß ich, wie ein T-Rahmen aussieht. Ein Aha-Effekt auch bei der schwarzen Beschichtung der Fahrradrahmen in der Vergangenheit, und, und, und.
Beim zweiten Grund, diese Lektüre zu empfehlen, steht ebenfalls eine fachliche Perspektive für mich im Vordergrund. Ich möchte meinen Museumskollegen in Mannheim großes Lob aussprechen. Sie haben bei der Auswahl der Aufsätze einen wunderbaren Bogen gespannt von der Vergangenheit in die Gegenwart. Vergangene und gegenwärtige Phänomene werden recht gleichgewichtig berücksichtigt. Die aktuelle Diskussion findet sich in je einem Aufsatz zum Fahrrad als Kultobjekt, zu Selbsthilfe per Buffalo-Fahrrad in Afrika, zum Fahrrad der Zukunft und zur Verkehrspolitik in Freiburg. Die Museumskollegen verstehen ihre Aufgabe darin, einen Beitrag zu gesellschaftspolitischen Fragen zu leisten. Das ist ihnen gelungen. Für alle, die meine Museumsbrille nicht tragen, ist das Themenspektrum sicherlich ebenso interessant.
Die dritte Perspektive ist eine rein persönliche. Ich fahre gerne Fahrrad und ich lese gerne Sachliteratur. Was wäre da passender, als ein Ausstellungskatalog?
Einige Eindrücke aus dieser Ausstellung haben wir für Sie hier versammelt.

Wer war eigentlich dieser Freiherr Karl Friedrich von Drais (1785 - 1851)?

Dem Erfinder des Fahrrads und so manch anderer Innovationen hat Johanna Eberhardt in der Stuttgarter Zeitung vom 03. Januar 2017 einen Artikel gewidmet.


Eine wahre Geschichte

Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden

von Per J. Andersson

Eine Inhaltsangabe finden Sie beim Klick auf das Titelbild.

 

Heike Rilling hat das Buch 2016 gelesen und erinnert sich:

Ich habe das Buch gelesen, um mich ein wenig in die indische Seele und Denkweise hineinzufinden. Es gelingt dem Autor - meiner Meinung nach - gut, verschiedene gesellschaftliche und kulturelle Aspekte in eine amüsante und lesenswerte Geschichte zu verpacken. Das Kastenwesen in Indien und die daraus resultierende extreme Benachteiligung von Menschen wird anschaulich beschrieben. Doch die Zuversicht des Protagonisten Pikay, das recht unbekümmerte und sonnige Gemüt lässt den Leser staunen.

Es ist eine unglaubliche Lebensgeschichte, die vielleicht zeigt, dass sich mit einem starken Willen bzw. mit Zielstrebigkeit doch eine ganze Menge erreichen lässt. Glück und Zufall ist natürlich auch mit im Spiel.

Wie schon erwähnt: Prädikat „amüsant und lesenswert“.


Dieses Buch macht einfach nur Spaß:

Spaß aufs Blättern, auf Fahrräder, aufs Losfahren, auf die Leute, die darin vorgestellt werden.

In den 4 thematischen Blöcken "Fahrradfahren verbindet", "Weil ich es kann", "Die Nonkonformisten" und "Das Fahrrad bewirkt etwas" stellt der Autor Chris Haddon Menschen und ihre ganz persönliche Rad-Welt vor. Wunderbare Fotografien von Lyndon McNeil ziehen den Betrachter in den Bann und lassen ihn immer weiter blättern, auf der Suche nach noch mehr vollem Leben. Schon mal von dem open-air-Kino gelesen, welches mit dem von den Betrachtern erradelten Strom betrieben wird? Hatten Sie auch so einen coolen Chopper mit Bananensattel? Oder sind Sie eher der Typ, der in der passenden Bekleidung sein Retro-Schmuckstück über den Asphalt steuert?

In diesem Buch sehen und lesen Sie ganz viel darüber, wie sehr Radfahren Spaß machen kann.



 

Radfahren

 

Das Fahrrad ist vermutlich das großartigste und vergnüglichste Verkehrsmittel, das je erfunden wurde. Radfahren ist wie zu Fuß gehen, nur mit einem Zehntel der Anstrengung. Radeln Sie durch eine Stadt, und Sie werden ihre Geografie so gut kennenlernen wie kein motorisierter Verkehrsteilnehmer, der überall von Einbahnstraßenschildern und Staus eingeschränkt wird, es je könnte. In Minutenschnelle können Sie von einem Ende zum anderen sausen. Sie überholen 250 000 Euro teure Sportwagen, die alles andere als rasant vorankommen. Und Sie können so gut wie überall parken. Radfahren vermittelt so ungefähr das größte Gefühl der Freiheit, das man in einer städtischen Umgebung empfinden kann. Es ist eigentlich unglaublich, dass man sich in einer modernen Großstadt so frei fühlen kann – eines Tages werden sie bestimmt einen Weg finden, durch Steuern und bürokratische Vorschriften dem Radfahren den ganzen Spaß zu nehmen. Zum Glück ist es noch nicht so weit. Genießen Sie es also, solange Sie können – so etwas Tolles gibt es erfahrungsgemäß nicht ewig.

 

Aus: „Das Buch der Hundert Vergnügungen“ von Dan Kieran & Tom Hodgkinson (Hrsg.), Rogner & Bernhard (2013)


Rappenhof

Rappenhof: Trauliche Höh ob des Glemsbachs lieblichem Tale,

Roggen gedeihet und Flachs auf deinem so steinigen Boden,

Auch der Kirschbaum blüht und beschattet Garten und Wohnung.

Und wie er dampfet der Wald nach Regen in morgiger Frühe!

Weithin reichte dein Ruhm in Bewirtung, einsames Gasthaus!

 

aus: Begleitbroschüre zu RadL-Tour Nr. 10: Christian Wagner: Aus der Heimat